Ruf nach Freiheit

Normalerweise versuche ich jeden meiner Einträge etwas humorvoll oder ironisch zu gestalten, da ich der Meinung bin, man sollte nicht alles zu ernst nehmen und immer eine Portion Humor vertragen können. Doch nun ist es soweit - ein Thema welches meinen vollen Ernst fordert und verdient.

Eigentlich ist es am anderen Ende der Welt und doch ist es uns Deutschen so nah. Tausende Menschen demonstrieren in Myanmar für mehr Freiheit, eine demokratische Grundordnung, doch vor allem für bessere Lebensbedingungen und eine gesicherte Grundversorgung. Bisher verliefen die Prostete friedlich, doch es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Junta, die dortige Militärdiktatur, gewaltätig gegen die Demontranten vor geht.

Wieso greife ich dieses Thema auf - denn die eben geschilderten Fakten kann man auf jeder anderen Internetseite genauso nachlesen. Mir geht es um etwas anderes. Eines der in den letzten Jahren heißesten Themen ist die Frage nach der Legitimation einer ausländischen Intervention zur Befreiung eines unterdrückten Volkes. Der Krieg gegen den Terror hatte vor allem auch den Zweck (zumindest offiziell) den Menschen in Afghanistan und im Irak die Demokratie zu bringen. Doch ich war davon nie besonders überzeugt. Der Grund hierfür liegt weniger im Vorgehen der Antiterrorallianz als in der Tatsache, dass es nie so richtig schien, dass die dortigen Bewohner ein Verständnis und den Willen für Demokratie hatten. Es mag hart klingen, doch Demokratie hat sich in den meisten fällen entwickelt und durchgesetzt, wenn sich ein nach Freiheit strebendes Volk gegen die Obrigkeit erhoben hat. Und jedes Mal, wenn ein solcher Aufstand von außerhalb insziniert wurde, ohne eine realistische Basis, hatten diese Bemühungen katastrophale Folgen (man denke an viele afrikanische und südamerikanische Länder). Freiheit musste sich in vielen Fällen blutig erkämpft werden. Es bringt nichts, einem Volk, welches noch nicht bereit ist, alles dafür zu tun, den Weg der Demokratie aufzuzeigen. Die Menschen in Myanmar scheinen diesen Weg gehen zu wollen und deshalb sollte man ihnen mit allen Mitteln helfen. Wir schauen zu oft weg, wenn Menschen nach Freiheit streben. Dieses Land verdient die Demokratie, es hat vielleicht keine Ölreserven, doch es hat ein Volk, dass seit über vierzig Jahren gegen die Obrigkeit ankämpft und sich nun wirksam erhebt. Hoffen wir, dass dieses Land ein Chance hat, das Demokratie und Freiheit eine Chance haben, denn wir scheinen manchmal zu vergessen, wie wertvoll dieses Gut ist.

25.9.07 09:59

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lukrezia / Website (25.9.07 10:38)
du hast sicherlich recht. aber da dieses land offensichtlich nichts zu bieten hat was westlichen ländern als "bezahlung" dienen könnte wird dein wunsch wohl wenig aussicht auf erfolg haben.
seien wir doch ehrlich die politik ist wirklich ein furchtbares metier. immer nur vorteil, gier und nochmal vorteil.....dazwischen manchmal korruption.
es ist wirklich ein teauerspiel.
und wenn du über das schicksal eines solchen volkes ist das wirklich teaurig und bestärkt mich nur darin dass wir nicht an die oberen 10.000 glauben dürfen.

lg

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