ProSieben (un)FunnyMovie (Update)

Gestern lief auf ProSieben die neue Filmreihe FunnyMovie. Dabei sollen bekannte Filme nach ProSiebenArt parodiert werden. Klingt an sich nicht dumm diese Idee, doch wenn man schon die ProSieben Märchenstunde kennt, kann man sich denken, was das Ergebnis war. Schlechte Schauspieler, B-Promis und einen absolut unkomischen Humor, welcher selbst mit Mallorca-Mentalität und nur einer Hirnhälfte nicht zu ertragen ist. Pünktlich zum fast Todestag von Patrick Swayze wartet man mit einer Dirty Dancing Verarsche auf. Dörtes Dancing nennt sich diese Schöpfung - ich dachte nur in Amerika streiken die Autoren, doch zum Zeitpunkt des Drehbuches hatten scheinbar alle guten Autoren was besseres vor. Leider oder eher zum Glück war es mir nicht möglich, den gesamten Film zu schauen. Dies lag wohl daran, dass ich nach wenigen Minuten mit Krämpfen und Wutattacken zu kämpfen hatte. Während ProSieben fleißig anspruchsvolle Serien aus dem Programm kegelt, nur weil die Quoten nicht ganz so super sind nach der ersten Folge, torpedieren sie uns Zuschauer im Eiltempo mit niveaulosen und hirnrissigen Eigenproduktionen. Der Zuschauer müsste endlich mal sprechen und abschalten, doch das hat zwei Haken. Zum einen ist das Quotenerfassungssystem absoluter Müll und nicht repräsentativ und zum zweiten gibt es auch Millionen Bild-Leser...so viel zum Thema, die Zuschauer würden nur Anspruchsvolles aktzeptieren. Um nochmal schnell auf diese grauenhafte, unkomische und langweilige Parodie zurück zu kommen. Die Hauptrolle spielte Jeanette Biedermann - ja die gibts noch. Gott sei dank singt sie nicht mehr (noch!), doch ihr Schauspiel ist genauso peinlich wie ihre Bühnenshows und Videoclips. In anderen Rollen unter anderem ProSieben Hausblondine Sonja Kraus und Null-Talent-Allrounder Olli P.

Im Anschluss lief die neue Sketch-Comedy Spoons. Wieso die so heißt (zu deutsch Löffel), weis ich nicht, jedoch ist das vielleicht ein Hinweis, dass die Autoren (die selben wie beim FunnyMovie?) täglich einen Löffel nehmen, darauf etwas erhitzen und es dann in ihre Venen dröhnen. Dies scheint auch der Programmdirektor von ProSieben zu tun, meistens Dienstags - denn nachdem Uri Gellar genug gelogen...öh gebogen meine ich hat, ist der Dienstag nun zum absolut humorfeindlichen Abend erklärt worden!

Ach ja noch was in eigener Sache. Zum Kommentar vom Doc auf den letzten Blog. Da muss wirklich erwähnt werden, dass Sendungen wie Galileo nur noch den Zweck haben, Essen anzupreisen und im Gegenzug in bester Doppelmoral von Gesundheit zu berichten. Ebenso verhält es sich mit Contra CO2 - im Anschluss das Experiment oder XXL mit Explosionen und ähnlichem. Zudem produziert es mit Sicherheit große Mengen Schadstoffe, den gefräßigen Jumbo (so heißt der leicht füllige Mensch, welcher regelmäßig die größten Gerichte verzehrt) durch die halbe Welt zu transportieren, nur damit er sich satt essen kann.  

So allein die Erinnerung an den gestrigen Abend lässt mich erschaudern. Ich geh mich jetzt betrinken in der Hoffnung, nachträglich einen Filmriss für Gestern zu bekommen. Anders lässt sich solch widerlicher TV-Müll nicht verkraften. Prost.

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Eigentlich wollte ich kein Wort mehr zu dieser Filmreihe verlieren, denn jedes Wort, so schlimm es auch sein mag, würde den Film noch ehren und das ist er nicht wert. Doch der grenzenlose Schwachsinn und die absurde Vorstellung von Humor, welche auch der zweite Teil der Reihe FunnyMovie vermittelt hat, sind so schlecht, dass ich mich abreagieren muss, um nicht daran zu verzweifeln, dass so ein Produkt geistigen Verfalls es in die Primetime eines erfolgreichen Privatsenders geschafft hat. Bei Witzen wie: "du warst als Kind so unbeliebt, deine Mutter hat dir ein Schnitzel umgehangen, damit wenigstens die Hunde mit dir spielen..." - diese Sprüche habe ich das letzte Mal in der neunten Klasse gehört und selbst da waren sie schon nicht mehr wirklich komisch. Also frage ich mich, wer diesen Filmen Quote verschafft!?

Ein Ereignis vor einigen Wochen könnte Aufschluss bringen. Ich habe einen jungen Mann - zumindest vom Alter her - getroffen, dem ich zur Begrüßung die Hand reichte. Er streckte die Hand ebenfalls aus, doch zog sie im letzten Moment weg und strich sich durch die Haare.....HALLO!?!? Was war das denn dachte ich! Bis zu diesen Zeitpunkt habe ich nicht mal im Traum daran gedacht, dass es tatsächlich Leute gibt, die dies ernsthaft tun. Ich kenne diese Geste nur aus dem Fernsehen und selbst da tun dies nur die dummen und schlechten Rollen, die am Ende im Zuge des moralischen Aha-Effekts als absolute Deppen geoutet werden. So glaube ich mich zu erinnern, dass der Gegenspieler von Marty McFly bei "Zurück in die Zukunft" dies zum Beispiel tut - und dieser welche, Biff genannt, landet in jedem Teil verdientermaßen in einem Misthaufen. Schon da sollte jede Amöbe verstanden haben, dass alles, was diese Figur anstellt, nicht nachahmungswürdig ist. Ich hoffe, dass niemand etwas vom FunnyMovie nachahmt, denn dann ist selbst ein Mallorca-Urlaub eine intellektuelle Herausforderung.

28.2.05 17:13

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