Guido Westerwelle: die Leiden einer jungen Politikerin

Und da war es geschehen. Der Guido ist nicht mehr. Mein liebster Politiker, dem ich dank seiner unglaublichen Fähigkeiten in jedem meiner Blogs erwähnen musste, ist gegangen. Wer hätte gedacht, dass 2011 das Ende von KaTheZuGu und Guido bringt - und es ist grad mal April! Na gut mag man sagen, schließlich bleibt er ja Außenminister...aber mal im Ernst, dieses Amt hätte er am ehsten aufgeben sollen. Okay er hat seine Partei in bedrohliche Tiefen gestürzt und bei aktuellen Wahlen ist die 5%-Hürde wieder ein Problem. Auch nach fast 2 Jahre hat er immer noch nicht den typischen Bonus vom Außenminister. Jeder Vorgänger konnte sich zu den beliebtesten Ministern zählen...bis jetzt. Aber der innenpolitische Kurs der FDP bleibt auch in der Außenpolitik erhalten - wankend und uneins, fehlinformiert und ferngesteuert. Atomkraft - ja, nein oder vielleicht? Libyen - ja, nein, enthalten? Erst ist Atomkraft geil und soooo billig (ein Rückbau bzw das Abschalten und anschließende Entfernen von verstrahlten Material kostet pro Kraftwerk mindestens 1 Mrd. Euro, hinzu kommen die immensen Kosten für Entlager, Entsorgung, etc) und Subventionen gibts trotzdem. Regenerative Energie ist momentan vielleicht noch nicht sonderlich effizient oder flächendeckend, aber immerhin auf lange Sicht billiger und gefahrenlos. Aber die Atomlobby zahl halt besser. Blöd aber auch, dass diese Bilder aus Fukushima überall im TV laufen und man heute wirklich alles im Internet sehen kann. Zu Zeiten von Tschernobyl konnte man sich das Schweigen noch erkaufen bzw. den Bürger im Ungewissen lassen. Ja und Libyen...eigentlich wollen wir Diktatoren stürzen, aber wir wollen keinen Krieg und erst recht keine Flüchtlinge. Doch wir sind tolle Demokraten und gegen jedes Unrecht auf der Welt. Aber unsere Industrie braucht libyisches Öl und unsere Rüstungskonzerne verdienen gut dank der langfristigen Planbarkeit, die ein Diktator ausstrahlt - der braucht schließlich immer Waffen.

 

Wäre der Guido mal in die Innenpolitik gegangen - da stolpert jetzt dieser Vollpfosten vom bayrischen Lande rum und versucht alte CSU-Programmatik als deutsche Innenpolitik zu verkaufen. Nachdem die letzten Jahre immer wieder von Integration und Islamdebatten durchzogen waren, haut er erstmal gleich zu Beginn auf den Tisch und meint, Deutschland habe eine christlich-abendländlische Identität und die Muslime sollten in erster Linie zur verbesserten Terrorismusprävention beitragen. Kurz gesagt - wir sind liebe Christen und ihr steht alle unter Verdacht böse Islamisten mit Gürtelbombe und Kalaschnikow zu sein. Dabei ist diese Debatte in meinen Augen so lästig. Erstens mal fühle ich mich in aller erster Linie als Deutscher, ferner als Europäer, freiheitsliebend, friedlich, fortschrittlich, demokratisch und pluralistisch. Jeder der diese Ansicht teilt sei mein Freund und Nachbar. Und mit ein wenig Vernunft und Menschlichkeit kann man sich auch nicht gegen den Wunsch ausländischer Leute aus ärmeren Verhältnissen wehren, auch etwas mehr Wohlstand zu haben. Es ist wie auf einer Geburtstagparty bei Kindern - entweder ich teile mein neues Spielzeug oder die Torte oder die anderen Kinder sind böse auf mich und ich spiele allein - auch wenn das Spielzeug durchaus der Verdienst der harten Arbeit meiner Eltern ist. Und so ist es auch bei Staaten - entweder verteidige ich meine Errungenschaften, aber hab keine Freunde mehr (was gleich Krieg bzw. Isolation wäre) oder ich teile und helfe dabei, dass es allen besser geht, auch wenn es mir dadurch subjektiv gesehen ein wenig schlechter geht. Anders ist das natürlich bei Menschen, die sich weder dem friedlichen Zusammenleben, noch der Demokratie oder Freiheit verschrieben haben. Da hat man durchaus das Recht, gar die Pflicht sich zu verteidigen. Nun zurück zum Thema religiöser Identität. Ich sehe mich ganz und gar nicht als Christ oder in irgendeiner abendländische Tradition. Sind unsere Werte vom Christentum beeinflusst!? Eine ewig andauernde Frage, die je nach Auslegung der Bibel und seiner (wie sollte es sonst in einem "heiligen" Buch auch anders sein) mehrdeutigen Aussagen zu beantworten ist. Für mich sichtbar ist das Christentum vor allem durch eines - eine Kirche, die aus Pädophilen besteht, antiquierte Ansichten vertritt und an dessen Spitze immer senile und zugedröhnte alte Männer stehen. Die jegliche Toleranz verdammen, gegen medizinische Fortschritte zur Bekämpfung von Armut und krankheit sind und eher am schwachsinnigen Dogmen (Bsp. Kondomverbot - Verbreitung von AIDS) festhalten, anstatt sich wirklich in den Dienst der Menschheit zu stellen. Zu allem Überfluss verkaufen sie uns, dass der Papst eine göttliche Mission auf Erde hat, obwohl jeder weis, dass die Papstwahl nichts anderes ist als die Kampfabstimmung um den Vorsitz wie in jedem anderen internationalen Unternehmen. Natürlich sind dies nur negative Assoziation mit der katholischen Kirche. Aber genauso undifferenziert wie ich gerade vom Christentum spreche, ist die Ansicht alle Muslime seien gleich, gewaltbereit und radikal. Aber ja wir haben eine christliche Tradition - wir sind unfehlbar gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Zudem versetzt mich jede Religionen eigentlich in einen Würgereiz. Soll jeder glauben was er will, aber gehandelt werden muss in der Politik nach Vernunft.

Also anstatt die vielen Migranten nur nach religiöser Ansicht zu beurteilen, sollten wir der verfassungsgemäßen Trennung von Religion und Staat folgend jeden Migranten nach seinen Wertevorstellungen beurteilen und nicht nach seinem Glauben. Wer radikalisierte Glaubensvorstellungen hat, kann auch Christ oder Jude sein, aber da haben wir scheinbar keine Vorbehalte...

Um den Kreis zu schließen zurück zum Guido. 2011 hat drei große Männer der Unterhaltung zum Sturz gebracht. Den Gutti, König von Afghanistan und Liebling der BILD-Zeitung samt Gattin Stefanie - Kinderschänder-Jägerin auf RTL2. Und der Guido, Liberaler aus Leidenschaft, ein begnadeder Redner der dann doch irgendwann dem Wahnsinn erlegen war. Keiner schaffte es schneller als er sich erst als DIE OPPOSITION zu verkaufen und dann noch quasi in der Wahlnacht alle Wahlversprechen von Bord zu werfen und mit den Huren der Lobbyisten (nicht zu verwechseln mit dem Bundeskabinett, dass sind DIE Huren der Lobbyisten) ins Bett zu steigen. Ja und dann wird er Außenminister, doch wundert sich, dass ihm deutsche Rhetorik in englischsprachigen Foren nichts nutzt. Und natürlich Charlie Sheen, Godfather des lebenden Männertraums. Aber Regisseur Michael Bay (sein Markenzeichen ist fehlende Handlung durch Special Effects zu ersetzen) plant schon das nächste Blockbuster-Movie in 3D für 3 Mrd. US-Dollar. Eine ehemalige Filmikone, ein ehemaliger Außenminister und ein ehemaliger MacGyver-Imitator, Doktorant und Bundeswehrheld  bekommen einen Auftrag für eine ausweglos erscheinende Mission. Sie müssen die Reaktoren in Fukushima reparieren. Auf dem Flug dorthin wirft Charlie Sheen eine Flasche mit seinen Blut aus dem Flugzeug welche rein zufällig genau im Palast Gaddafis einschlägt. Die giftigen Gase verteilen sich sofort und der Krieg ist beendet. Grad in Japan gelandet, gibt Gutti MacGyver dem Kerner ein Interview und zeigt live im TV wie man copy+paste auf japanischen Tastaturen benutzt. Nachdem Gutti dann unter Mithilfe der BILD und seiner Stefanie alle Kinderschänder (auch die vermutlichen) vorm Reaktor abgestellt hat, rennt Charlie Sheen schreiend und von mehreren Pornodarstellerinnen begleitet auf die Reaktoren zu. Die Aufprallgeschwindigkeit sorgt dafür, dass das Tigerblut in Sheens Adern, das Silikon der Pornodarstellerinnen und der Reaktor verschmelzen und in einen riesigen Block aus harter Materie verwandelt werden, aus dem keine Strahlung mehr austritt. In einwandfreien Englisch erklärt Guido Westerwelle den Erfolg der Mission und weist eindeutig darauf hin, dass die Grünen und auch die restliche Opposition nichts dazu beigetragen haben, dass diese notwendige Missionen gelingen konnte. Zum Schluss reiten er und Gutti dem Sonnenaufgang entgegen und das Herresmusikkorp der Bundeswehr spielt ACDC.

4.4.11 18:22

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